"Wenn es im Kanton Bern einen Preis
für das am besten restaurierte Haus gäbe, Herr Lemberg
würde ihn erhalten." (Jürg Schweizer, Kant. Denkmalpfleger)
Einerseits bestand beim Verkauf des Ländtehauses an das
Ehepaar Lemberg ein enormer Reparaturstau. Fassadenputz, Sandsteinbauteile,
Laubenvordächer, Fussböden, Malerarbeiten und die
gesamte Elektro-, Sanitär- und Heizungstechnik waren in
einem äusserst sanierungsbedürftigen Zustand. Andererseits
war dank dieser über Jahrzehnte zurückgestellten Reparatur
der Originalzustand des Biedermeierhauses von 1831 in seltener
Weise erhalten geblieben.
Ziel war es, die umfangreichen Originalbestände (Fassadenputz
von 1831, gestemmte Füllungstüren mit handgeschmiedeten
Schlössern, Sprossenfenstern mit Biedermeierbeschlägen
und "gezogenem Glas", Wandtäferungen, vielfältigen
Stuckgesimsen, Waadtländer Parkettböden, Steintreppen
aus Ringgenberger Kalkstein etc.) nicht auszuwechseln, sondern
in vorsichtiger Reparatur zu erhalten. Die funktionsbedingten
Einrichtungen wurden auf ein Minimum beschränkt. Eine Modernisierung
der haustechnischen Installationen auf heutigem Standard und
geringfügige Nutzungsanpassungen wurden vorgenommen. Zielsetzung
war eine "sanfte Sanierung", die die räumlichen
und stimmungsmässigen Qualitäten dieses Projektes
bewahrt und wiederbelebt.
Überraschend und zum Teil unerwartet war die unter mehreren
Schichten versteckte noch vorhandene, ursprüngliche Farbgebung
aus der Anfangsphase des Hotel- und Restaurantbetriebes. Auf
der Hauswand im aareseitigen Laubenbereich kam eine einmalige
romantische Steinimitation zum Vorschein. Quadermauerwerk in
leicht grünem Marmor, Licht, Schatten und Adern künstlerisch
imitiert. Weiter aufzuzählen ist die Farbgebung der Fassaden
mit dem ockerfarbenem Verputz und den feinen Grauabstufungen
an den Fenstergewänden, den Fenstern, der Laubenkonstruktion
und den Dachüberständen. Auch die alte Werbebeschriftung
des Gäste- und Wirtshauses war noch in Spuren vorhanden.
Alle diese prächtigen Bemalungen waren so gut erhalten,
dass sie zum Teil restauriert werden konnten. In stark beschädigten
Bereichen dienten diese Befunde für eine detailgetreue
Rekonstruktion. In grossen Lettern über fast die gesamte
Hausbreite sieht der Gast heute wieder schon von Ferne die Beschriftung
"BATEAU â VEPEUR".
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